Gerne folgen wir als „Neulinge“ im SAC Emmental der Einladung von Walter Lüssi für einen Apéro mit anschliessendem Fondueabend in der Doldenhornhütte.
Gutgelaunt und bei schönstem Herbstwetter treffen sich am Samstag um 14.00 Uhr neunzehn Leute( 14 Erwachsene und 5 Kinder) unten an der Oeschinenbahn auf dem Parkplatz und werden dort von Christine und Franz Morger, dem Tourenleiterpaar, herzlich willkommen geheissen. Nach einer kurzen Begrüssungs- und Vorstellungsrunde wandern wir los entlang dem sprudelnden und schäumenden Öschibach zur Talstation des Hütten-Transportbähnleins. Dort dürfen alle, die ihren Rucksack nicht bis hinauf tragen wollen, aufladen. Weit oben auf dem Fels, wie auf einem Adlerhorst, sieht man bereits die Doldenhornhütte thronen.
Fast ein wenig froh, nicht mehr an der noch recht warmen Sonne weitergehen zu müssen, biegen wir zum sogenannten Bärentritt rechts in den Wald ein. Dort ist es sofort frischer, aber der Boden auch recht nass und die Steine und das Holz zum Teil glitschig. Kurz darauf gucken alle Kinder zum Himmel empor, wo hoch oben unter weissen Wölkchen ihre Rucksäcke nach oben schweben. Eine Steilstufe führt nun auf die Terrasse des Underen Biberg`s, mit Fixseilen gut gesichert. Junge und Ältere bewältigen das Teilstück mühelos. Der weitere Hüttenweg ist sehr abwechslungsreich, und bald bekommt man auch eine schöne Sicht hinunter auf Kandersteg. Immer wieder tauchen am Wegrand schöne, neue Bänkli auf, die eigentlich jedes Mal zum Absitzen einladen würden.... Beim Brüggli machen wir einen Halt, trinken etwas und die Kinder fangen sofort an, im ausgetrockneten Bachbett Steinmandli zu bauen.
Dann geht es weiter, und wir treffen bald auf die Abzweigung, wo der Felsenpfad Richtung Fisisalp abgeht. Der Weg zur Hütte geht links weiter und führt über offenes Gelände, bis man die schöne, stattliche Doldenhornhütte sehen kann. Bei Sonnenschein und guter Stimmung gibt es dann, als alle angekommen sind, einen feinen Apéro auf der Terrasse. Vom WC-Hüsli aus hat man einen wunderschönen Blick hinunter auf den blauen Oeschinensee. Die Kinder holen die Jasskarten und spielen „Gemsch“ und wir Erwachsenen geniessen den feinen Weisswein.
Leider wird es aber bald kühl, und wir zügeln eine halbe Stunde bevor es Fondue gibt, in den warmen und gemütlichen Essraum hinein. Nach feinem Salat, Fondue und Pasta für alle, die keinen Käse mögen, Fruchtsalat , Hüttentee und Wein wird geplaudert, gelacht, gespielt und das Beisammensein genossen. Früher oder später verziehen sich dann alle nach oben ins Massenlager. Der arme Franz ist so stark erkältet und muss schon am Abend immer wieder husten. Als ihn am anderen Morgen die Kinder fragen, wo er denn geschlafen habe, antwortete er: Ja, da im Essraum unter dem Tisch! Die Kinder antworten, er solle doch keine Witze erzählen, lachen dazu und glauben ihm kein Wort. Bis Christine dann bestätigt, sie hätten die Matratzen tatsächlich nach unten gezügelt, um die anderen wegen des Hustens nicht zu wecken.....
Um acht Uhr gibt es ein feines Frühstück. Draussen sieht es neblig aus und die Sonne ist leider nirgends zu sehen. Wir bleiben noch etwas sitzen, trinken eine zweite Tasse Tee oder Kaffee und machen uns dann um halb zehn ohne Rucksack auf den Weg. Franz hat vorgeschlagen, noch eine halbe Stunde aufzusteigen, die Umgebung, Aussicht und vielleicht sogar noch Gämsen zu entdecken. Die Stimmung ist wunderbar, Nebelschwaden ziehen heran und verschwinden wieder, die Natur beginnt schon überall, sich zu verfärben und nach einer halben Stunde, als wir alle über einen schroffen Abgrund in die Tiefe blicken, kann man sogar die Stimmen und Geräusche von Schneehühnern aus dem Nebel hören. Wir kehren dann zur Hütte zurück, und gerade als sich alle startbereit machen für den Abstieg, kommt die Sonne hervor! Es sieht wunderschön aus und wird sofort wärmer. Theodor hat Simi unterwegs viel über die Bergdohlen erzählt, was dieser dann später ganz begeistert weitererzählt!
Wir verabschieden uns in der Hütte und nehmen den gleichen Weg wie gestern unter die Füsse. Franz hat am Vortag bereits entschieden, dass der Felsenweg mit einer so grossen Gruppe und mit Kindern ungünstig zu begehen ist, und so wandern wir bis zum „Undere Biberg“ zurück. Danach geht es dem Holzpfad entlang, bis wir unten im Tal, beim Waldhotel Doldenhorn, den Wald wieder verlassen. Bestimmt werden einige am nächsten Tag Muskelkater haben, der Weg geht nämlich zeitweise recht „stotzig“ nach unten. Nachdem wir alle noch im Restaurant auf der Terraase eingekehrt sind, noch etwas gepaudert und uns gestärkt haben, verabschieden wir uns und machen uns nach einem zufriedenen und gemütlichen Bergwochenende auf den Heimweg. Herzlichen Dank an Christine und Franz Morger!
Tourenbericht Franziska Münger Gardi