Am Samstag, 07. August 2010 um 10.00 Uhr trafen sich: Kuno Streit, Brechbühl Renate und Hanspeter, Ronald Mengisen, und ich, Liechti Erika, am Bahnhof Langnau um die Hochtour nach Krönten anzutreten. Wir reisten mit dem Zug nach Erstfelden. In Trubschachen stiess Ruedi Roth und in Luzern, René Blum zu uns. Somit war unsere Gruppe von sieben Personen komplett.
In Erstfelden angekommen, ging es mit dem Taxi weiter bis Bodenberg. Dort angekommen, ging es zu Fuss weiter richtung SAC – Hütte Krönten. Es ist ein sehr schöner Fussweg zur Hütte. Natürlich haben wir eine kleine Rast eingelegt um uns mit kleinen Snacks zu stärken. Als Ruedi die vielen Heidelbeersträuche entdeckte, war er sofort im Plückfieber und verpflegte sich aus der Natur.
Bei der Hütte angekommen, genoss jeder für sich die Ruhe, die dieser Ort im Kanton Uri einem bot. Die einen studierten mittels Karte die Umgebung, andere sonnten sich auf dem warmen Felsen, wuschen sich im eiskalten Brunnen oder erholten sich bei Kuchen und Kaffee.
Nach dem Zimmerbezug, gab es einen Schnellkurs für das Anseilen, hauptsächlich wegen mir, da ich als Anfänger, keine Erfahrung hatte. Es war spannend die verschiedenen Knotentechniken zu sehen, die es aber auch in sich hatten. Meine ersten Versuche, selber einen Achter-Knoten zu machen, scheiterten leider mehrmals. Die Stimmung in der Gruppe war toll, Tourenleiter und erfahrenen Bergsportler tauschten Ihr Wissen aus. Manchmal musste ich ein wenig schmunzeln, wenn die Tourenleiter nicht der gleichen Meinung waren, wenn es zum Beispiel über die Abseiltechnik ging. Mein Schmunzeln war aber plötzlich verschwunden, als die Diskussion über die Gefahren auf dem Gletscher und am Berg losgingen. Ich war mir auf einmal gar nicht mehr sicher, ob es nicht besser wäre, als Unerfahrene, die Tour nicht mitzumachen. Die anderen Teilnehmer konnten mich danach aber überzeugen, dass es ein Erlebnis sei, das ich unbedingt erleben müsse. Nach den aufbauenden Worten, war es dann auch schon Zeit, um das gemeinsame Nachtessen einzunehmen.
Nach dem sehr feinen Nachtessen, kehrte ziemlich schnell die Nachtruhe ein. Um ca. 21.00h war unsere Gruppe im Land der Träume.
Sonntag - Morgen 05.15 h sassen wir beim Frühstück und um 05.30h starteten wir unseren Aufstieg auf die Krönten. Das Morgenrot, verhiess nicht schönes Wetter und schon bald, setzte leichter Regen ein. Am Fusse des Gletschers, war es wettermässig nicht mehr sehr gemütlich. Der Regen war stärker, die Temperatur kalt und zu Allem wehte ein starker Wind. Doch wir liessen uns davon nicht abhalten und machten uns bereit für den Gletscher. Wir waren mit drei Seilschaften unterwegs: Kuno und René, Brechbühl`s, Rony, Ruedi und ich. Das Stampfen durch den gefallenen Schnee raubte mir ziemlich die Kraft aus den Beinen. Da ich mich aber sehr zu konzentrieren hatte, wann das Seil die Seite wechseln muss, vergass ich die Erschöpfung schnell. Oben auf dem Grat angekommen, lag ein wunderschönes Panorame vor mir. Weiss verschneite Berge, teils von Wolken geschmückt, andere im strahlenden Sonnenschein. Ich fühlte mich so leicht und frei, als wäre ich in einer anderen Welt angekommen. Dieses Gefühl hielt aber nicht sehr lange an. Als wir nämlich unmittelbar vor unserem Ziel, dem Kröntengipfel standen überkam mich wieder die Angst: „Hier soll ich rauf klettern? Das ist doch ein Scherz? Nie im Leben, ich bleib hier stehen!“ Ich blieb nicht stehen, sondern kletterte mit schlotternden Beinen auf den Gipfel!! Das Gefühl das ich oben empfand, muss ich hier nicht beschreiben. Denn ich glaube jeder kann sich an sein Gefühl erinnern, der zum ersten Mal am Ziel einer Hochtour auf dem Gipfel stand!
Über das Abseilen vom Gipfel runter auf den Grat, will ich gar nicht viele Worte verlieren. Nur so viel: Der Fels ist ziemlich hart wenn man dagegen stösst….. ;-)
Der Abstieg zurück über den Gletscher und dann weiter zur Hütte, war eine rasante und glitschige Angelegenheit. Bei der Hütte angekommen, packten wir unsere zurückgelassenen Sachen in den Rucksack, stärkten uns bei einem Stück frischem Aprikosenkuchen und hofften, dass der Regen aufhört, damit wir einigermassen trocken ins Tal kommen.
Die Rückfahrt nach Langnau mit dem Zug, war sehr unterhaltsam. Ruedi und René entdeckten Ihre gemeinsame Vorlieben für ausgefallenes Kochen. Und die Diskussionen über mögliche oder unmögliche Zubereitungsarten, trainierten auch noch unsere Lachmuskeln.
Meine erste Hochtour war: Toll, wunderbar, einzigartig!! Herzlichen Dank an Kuno und Allen anderen die an dieser Tour teilgenommen haben.
Erika Liechti, Wasen