2x Pieps, 2x Mammut Barryvox, 1x Barryvox Pulse und ein Ur-Barryvox hatten sich für den diesjährigen Lawinenkurs unter der Leitung von Pieps-Markus angemeldet. In Reichbach erwartete uns bereits der einheimische Taxichauffeur. Auf der Fahrt nach Tschingel erweiterte er unseren Horizont mit Geschichten über die Ureinwohner von Reichenbach bis nach Hinterkasakstan. Am meisten beeindruckte uns das Kasakische Urvolk, dass sich einschneien lässt und dann in einer art unterirdischen Höhlensystem lebt, dort eine „Kaudroge schigget“ und dann in einem Murmelartigen Winterschlaf fällt. Obwohl gemäss den eisigen Temperaturen ein Winterschlaf verlockend gewesen wäre, schnallten wir unsere Skier in Tschingel an und fellten durch das tief verschneite Tal der Griesalp entgegen. In der Gornern-Naturfreunde Hütte konfrontierte uns Markus mit dem aktuellen Lawinenbulletin und dem Auftrag auszuarbeiten ob eine Tour auf den Abendberg bei diesen Verhältnissen möglich sei. Eine Stelle bereitete uns ziemlich Kopfzerbrechen. Wir entschieden uns auszurücken und vor dieser Hangparty eine Neubeurteilung vorzunehmen. Der Hang war offenbar stark befahren und die Windverfrachtungen waren weniger ausgeprägt, als wir vermutet hatten. So konnten wir mit gutem Gefühl in den Hang stechen. Die Abfahrt durch den stiebenden Pulverschnee war toll, die holprige Unterlage forderte etwas Gleichgewichtssinn. Nach einem Früchtekuchen, der einem auf der Zunge verging planten wir die Sonntagstour. Durch unsere Eindrücke im Gelände hatten wir nun weitere Argumente für die Risikoeinschätzung präsent. Wir entschieden uns den Chistihubel anzupeilen. Am nächsten Morgen war es bitter kalt und es hatte in der Nacht nochmals 10cm geschneit. Markus forderte uns immer wieder heraus mit geschickt angelegen Übungen mit unseren LVS. Es hatte wieder angefangen zu schneien und wir freuten uns auf den tiefen Pulverschnee für die Abfahrt. Uns gelangen tatsächlich einige tolle Schwünge. Wenn sie misslangen war die Landung weich und das Aufstehen fast unmöglich. „Kameradenhilfe“ war angesagt. Zum Abschluss präparierte uns Markus noch eine „Lawine“ und wir waren ziemlich gefordert die drei Verschütteten schnell zu orten und zu bergen. In der Zwischenzeit waren einige von uns ziemlich durchfroren und sehnten uns nach der „Kaukasichen Kaudroge“. Auf der letzten Abfahrtsparty trafen wir auf einen Bergführer der eine Gruppenteilnehmerin aufgebuckelt hatte. Er sank brutal tief ein und kämpfte sich Schritt für Schritt talwärts. Die Frau hatte sich am Knie verletzt. Unser Bergführer Markus war mit seinen breiten Skiern besser ausgerüstet, um als Ambulanzfahrzeug zu funktionieren und lud sich die Frau kurzerhand auf seinen Buckel. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten funktionierte dieser Transport fast perfekt. Einzig die 180° Kurven hatte er schlecht im Griff. Wir haben an diesem Wochenende wieder viel gelernt und wurden auf die relevanten Faktoren sensibilisiert, die für die Beurteilung der Lawinensituation einbezogen werden müssen. Mir wurde wieder bewusst, wie anspruchsvoll es für unsere Tourenleiter ist, eine Tour zu planen und sich fortlaufend mit der aktuellen Gelände- und Schneesituation auseinander zusetzen. An dieser Stelle an grosses Merci an alle Tourenleiter und natürlich an unseren Pieps Markus, der uns dieses anspruchsvolle Thema pädagogisch geschickt und sehr praxisnah vermittelt hat.