Gastlosen – nicht sehr einladend, wenn man nur dem Namen Glauben schenken will. Die Landschaft hinter dem Jaunpass fasziniert aber alleweil durch ihre zackige und karstige Felsformation, welche an der Kantonsgrenze zu Freiburg in die Höhe ragt.
Treffpunkt 7:00 in Konolfingen. Die Anfahrt dauerte 90 Minuten und Christian parkierte sein Auto auf der Oberberger Alp – umgeben von glücklichen Simmentaler Rindern. Nach einem kurzen Aufstieg über Alpweiden, gelangten wir zum Wandfuss des Klettergartens und wir machten uns sogleich bereit, in unsere geplante Kletterroute einzusteigen. Entgegen all unserer Gewohnheit, aber guten Gewissens, genossen wir «Glenfiddich» am Vormittag, denn nach diesem Malzdestillat aus Schottland war unsere Kletterroute benannt. Wer selber klettert, weiss wie schnell die Zeit dabei vergeht, und es war schon nach Mittag, als uns Christian nach 5 Seillängen oben ins Routenbuch eintrug. Hatte es in der Box doch tatsächlich ein kleines Fläschchen des Namensgeber, von welchem ein Schlückchen zu nehmen aber alle dankend ablehnten. Die Abstiegsroute war durch Drahtseile gesichert und so «mussten» wir zu Fuss wieder runter – einige hätten ein Abseilen vorgezogen, da Kletterfinken nicht unbedingt auch so bequem sind, wie uns ihr Name glaubhaft machen will.
Nach einem Lunch bei schönstem Wetter und sommerlichen Temperaturen wagten wir noch ein, zwei Versuche in schwierigeren Kletterrouten – mit unterschiedlichem Erfolg.
Bei der Rückkehr zur Alp entdeckten wir am parkierten Auto gespässige Schlirggen auf den Seitenfenstern. Anscheinend haben Kühe eigenen Methoden, ihre Neugier zu stillen. Wie Kinder während einer frühen Phase alles in den Mund stecken, schlecken Kühe ihr Leben lang einfach alles ab. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der VW-Kombi eine so tolle Geschmacksnote gehabt haben kann wie eine Alpenwiese.
Auf der Terrasse in der Dorfbeiz in Abländschen löschten wir unseren Durst, bevor wir den Heimweg antraten. Der ganze Tag – Plaisir pur! – mal abgesehen von den Kletterfinken!