Skitour für Jedefrau und Jedermann
Mit gemischten Gefühlen greife ich zum Telefon um mich bei Küsu zu erkundigen , ob die erste Tour der Saison überhaupt zustande kommt. Vor der Tür kein Fleckchen Schnee mehr und frühlingshafte Temperaturen. Doch meine Sorge ist unbegründet, Küsu hat die Tour einfach ins Wallis verlegt. Eine bessere Wahl hätte er nicht treffen können, die Lauchernalp zeigt sich von ihrer besten Seite, mit super Wetter und reichlich Schnee. Wie üblich beginnt die Einsteigertour mit Kaffee und etwas Theorie, nur dass wir diesmal im Restaurant Zudili, der Bergstation Lauchernalp sind, statt im Kemmeriboden. Anschliessend begeben wir uns mit der Bahn bis ganz nach oben, fahren erst mal ein kurzes Stück die Piste hinunter und verlassen sie dann. Etwas abseits der Piste sucht Küsu ein ebenes, sonniges Plätzchen. Dort halten wir an und montieren die Felle. Dann teilen wir uns in zwei Gruppen auf und los gehts . Der Aufstieg ist leicht, wir schwitzen nur wegen der Sonne. Unterwegs üben wir ein paar Spitzkehren und worauf im Gelände zu achten ist, um möglichst keiner Lawine in die Quere zu kommen. Bereits nach zwei Stunden sind wir oben angelangt. Oben, das heisst auf dem Grat vor dem Elwertätsch. Bis auf den Gipfel wäre nicht lohnend, da das Gelände ausgeapert ist. Die Aussicht ist auch hier fantastisch. Wir erfrischen uns mit Speis und Trank und dann machen sich alle für die Abfahrt fertig. Wenn irgend möglich will Küsu bis ins Tal hinunter fahren.Das sind immerhin ca. 1700 Höhenmeter bei unterschiedlichen Schneeverhältnissen, „etwas“ mehr als bei der Einsteigertour üblich. Trotz der frühlingshaften Temperaturen ist der Schnee nicht sulzig und schwer, so können wir die ersten Hänge richtig geniessen. Dann wird das Gelände steiler und der Schnee schwieriger. Ein paar wenige können auch unter diesen Umständen ganz locker den Hang hinunter schwingen. Bei den übrigen führt dieser Schwierigkeitsgrad zu seltsam anzuschauenden „Fahrtechniken“ und Purzelbäumen. Befürchtungen werden laut, dass diese Einsteigertour hoffentlich für niemanden zur Aussteigertour werde. Schliesslich erreichen wir den Schlittelweg, da ist das Fahren zwar einfacher aber dafür nicht so spannend wie im Gelände. Die einzigen Hindernisse sind hier Fussgänger und Boarder, aber die gehen von selbst zur Seite, ganz im Gegensatz zu den Sträuchern und Felsen weiter oben. Der Weg endet schliesslich kurz vor Wiler. Zu Fuss durchqueren wir das Dorf bis zur Talstation der Bahn, wo das Postauto wartet. Wir sind etwas später dran als vorgesehen, deshalb treten wir die Rückreise ohne vorherigen Zwischenstopp in einer „Beiz“ an.
Küsu und Gaby, wir danken euch für diese schöne Tour und das Prachtwetter, das ihr reserviert habt.