Mittwoch, 16. März 2011
Petrus hat uns die Planung wieder einmal nicht einfach gemacht. Im Süden sind Gross-Schneefälle angesagt, so dass wir unser ursprüngliches Ziel, die Alpe Devero, leider nicht ansteuern können. Wir entscheiden uns, bei den mässigen Wetteraussichten die Tourentage auf der Gemmi zu verbringen und finden zum Glück noch kurzfristig Platz im Hotel Wildstrubel. Die Anreise ist gemütlich, nicht zu früh, und als erstes beziehen wir auf der Gemmi unser Zimmer. Überraschenderweise reisst es doch noch auf, und wir beschliessen, am Nachmittag den Schnee gegen die Plattenhörner zu testen – nicht schlecht! Rechtzeitig aufs z’Nacht sind wir zurück und können ein erstes Mal die Gemmi-Küche geniessen.
Donnerstag, 17. März 2011
Nach genüsslichem Ausschlafen und ausgiebigem Zmorge machten wir uns auf dem Weg Richtung Daubenhorn, Steghorn oder Lämmerenhütte..... Es schneite, die Sicht war mässig aber der Blaser war vorerst noch still. Bald schon bogen wir links Richtung Daubenhorn ab. Im Gipfelhang kam eine zügige Brise auf, doch die hielt uns nicht ab, sogar den Gipfel zu erklimmen. Der Aufstieg hat sich gelohnt, der Schnee könnte nicht besser sein.... feinster Pulver von oben bis unten. Auf dem Lämmerenboden hätten wir auch etwas härteren Schnee genommen. Zurück auf der Gemmi hatten wir sogar genügend Zeit zum Jassen, Zeitung lesen und plaudern, bevor es dann ein gutes Znacht gab.
Freitag, 18. März 2011
Bei angenehmen Temperaturen und wunderbar blauem Himmel nahmen wir am Freitagmorgen wieder den Lämmerenboden unter die Füsse – das Steghorn war unser Ziel. Die Schlüsselstelle erwartete uns im ersten Aufstieg nach der schier unendlichen Ebene. Wie wohl fast immer ein „Gnüder“ – dank Harsteisen ging aber alles gut.
Der Aufstieg entlang der sanften Hänge Richtung Gipfel verhiess viel Gutes – Pulverschnee soweit das Auge reichte. Oben genossen wir die Aussicht auf die wunderschönen Berner und Walliser Berge, was für ein Prachtstag. Bald schon stachen wir in die Pulverhänge, die Kurven waren erstklassig.
Nach einem Zvierizwischenhalt in der Lämmerenhütte (auch der Aprikosenkuchen war erstklassig!) befuhren wir unsere Schlüsselstelle ohne Probleme in der anderen Richtung. Dabei konnten wir interessante Problembewältigungsstrategien anderer Skitourenfahrer im Aufstieg beobachten. Wir hatten uns am Morgen gar nicht so schlecht geschlagen.
Die Pulverschneehänge am Daubenhorn lockten unglaublich. Niemand zeigte Müdigkeit und so stiegen wir – rein aus Freude an der Abfahrt - noch einmal einen langen Hang hoch. Es lohnte sich definitiv!
Mit skaten und stöckeln überwanden wir den Lämmerenboden an diesem Tag zum zweiten Mal. Die Spitzenposition war schon nach wenigen Metern vergeben, es zeigte sich klar wer Langlauferfahrung hatte. Ein letztes Mal auffellen und schon wartete im Berghotel Wildstrubel ein feines Znacht auf uns.
Samstag, 19. März 2011
Der kürzeste Tourenbericht dieser Tourentage könnte der auf den Wildstrubel sein. Er könnte etwa lauten: Das Wetter war wie ein unbeschriebenes Blatt Papier, weiss und grau.
Doch so einfach ist es doch nicht. Voller Hoffnung starteten wir am Morgen bei Wind und dichtem Nebel in der Gemmi. Die erste Herausforderung war der Aufstieg zur Lämmerenhütte zu finden. Und dies trotz den Markierungsstangen über den Lämmerenboden.
Die ersten kurzen Aufhellungen liessen dann unsere Vorfreude auf die Abfahrt steigen. Aber noch trennten uns ca 800 Höhenmeter zum Gipfel. In Brunos Spur stiegen wir im wieder dichter werdenden Nebel und Schneefall höher. Gegen die Mittagszeit tauchte dann plötzlich das Gipfelkreuz auf.
Und nun die Abfahrt: Es wurde ziemlich platzsparend heruntergefahren. Jede Frau und jeder Mann überliess das Vorfahren unserem Bergführer. Er führte uns in zügiger und sicherer Fahrt durch das federleichte Weiss und Grau zum Kuchen in die Lämmerenhütte. Merci Brünu
Sonntag, 20. März 2011
Ein wunderschöner wolkenloser Tag - alle sind schon zu früh am Morgentisch und geniessen Panorama und Sonnenaufgang. Der Aufstieg führt uns trotz Sonntag als einzige auf dieser route auf den Grat 2980 müm östlich vom Schwarzhorn. Oben angelangt heissts sofort die Felle abreissen und einen traumhaften Pulverhang (unverfahren der Hammer) vercharren; denn wie Bruno weiss, wenn wir das nicht nutzen, lässts der Liebgott naechstes Mal Bruchharst vom Himmel schneien... Nach dem Wiederaufstieg erwartet uns eine der ersten Abfahrt ebenbürtige bis auf den Laemmereboden. Ueberbieten kann man das nicht.
Danke an Bruno und Küsu für diese Tourenrage - aufs nächste Jahr.