Die Zugfahrt zum Ausgangspunkt einer Tour ist immer eine willkommene Gelegenheit zum Kennenlernen der Teilnehmer. Bereits hier offenbaren sich Charakteren und Gewohnheiten. Unser Grüppchen von sechs Personen war schnell in Gespräche verwickelt. Zum Glück hatte unser Tourenleiter Christoph immer ein Auge auf den Fahrplan, so dass wir gut bei der Talstation der Triftbahn ankamen.
Nach einer Stärkung wanderten wir gemütlich hinauf zur allseits bekannten Triftbrücke. Wie erwartet waren viele Berggänger unterwegs. Es wurde nicht langweilig die vielen Wanderer zu beobachten.
Der Besuch der Brücke war interessant. Das schaukelnde Gefühl so hoch über dem Triftbach einmalig. Wir staunten, wie die Bergführer und Bauarbeiter dieses Kunstwerk in luftiger Höhe montiert haben.
Nach dem Besuch der Brücke stiegen wir über einen interessanten Pfad zur Windegghütte. Wir bekamen ein sechser Zimmer für uns. Nach einem gemütlichen Abend suchten wir müde unsere Matratzen auf. Christoph wollte früh los nach dem Motto: mit den Hühnern ins Bett und dem Güggel aufstehen.
Bewaffnet mit Stirnlampen starteten wir denn auch um fünf Uhr. Vor der Hütte bewunderten wir aber noch die funkelnden Sterne und einige Sternbilder konnten wir auch benennen. Nach einer Stunde wurde es langsam hell und bei der Ankunft im Furtwanggsattel begrüsste uns die Sonne. Hier verabschiedeten wir uns von einer Teilnehmerin. Sie hatte sich die Wanderung gemütlicher vorgestellt und stieg alleine nach Guttannen ab.
Nun stand der NW-Grat vor uns. Wir konnten uns noch nicht so genau vorstellen, wie man diese Felsen überwindet. Aber es fand sich immer ein Durchschlupf oder Wegspuren. Der Grat ist vor allem ziemlich lang, dafür die Kraxlerei interessant. An manchen Stellen kamen ein paar von uns an die Grenzen. Entweder waren nicht alle Griffe so fest wie gedacht oder es wurde kurz etwas luftig. Unserem Tourenleiter gefiel das alles und er war immer einige Blöcke weiter um zu sehen, wo es weitergeht.
Kurz unter dem Gipfel erreichten wir das Gipfelfirnfeld. Es war aper und eisig. Leider fehlte uns die Zeit die wir bis zum Furtwangsattel verloren hatten. Wir wollten das Risiko nicht eingehen, dass wegen Zeitdruck jemand auf dem steilen Eisfeld zu Schaden kommt. Christoph und Jürg besuchten den Gipfel, während die drei Damen die Pause genossen.
Der Abstieg war etwas leichter als befürchtet. Mit Geduld und Zuspruch landeten wir schliesslich wieder beim Furtwangsattel. Immer noch lag Guttannen weit unter uns. Die Knie waren schon jetzt müde. Ein Joker in der Hand des Tourenleiters ist immer eine freudige Sache. Auf halber Strecke stand ein Alpentaxi genau zur richtigen Zeit für uns bereit. Oh tat das gut im Bus die restlichen Höhenmeter gemütlich hinuntergefahren zu werden.
In Guttannen belohnten wir uns mit einem kühlen Getränk und schauten noch einmal hinauf zum Steinhüshorn. Schön war's, .... und lang!